Soziale Projektwoche der 9. Klasse der GHS Epfendorf

Category: Allgemeines – konedo 09:03

Positive Erfahrungen im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen sammeln

(von Reinhard Graf, Klassenlehrer der Klasse 9, GHS Epfendorf)

Die letzte Woche vor den Herbstferien war für die Klasse 9 der Grund- und Hauptschule Epfendorf mit ihrem Klassenlehrer Reinhard Graf eine Woche intensiver Erfahrungen, galt es doch, im Umgang mit Demenzkranken (im Altenzentrum Oberndorf) eigene Vorurteile und Berührungsängsten abzubauen und so ihre sozialen Kompetenzen aufzubauen und zu stärken.

Mensch-ärgere dich nicht! (Die Schüler hatten immer das Nachsehen.)

Dieses einwöchige Praktikum ist Teil der Sozialen Projektwoche der GHS Epfendorf und wird nun schon zum zweiten Mal in dieser Form in Kooperation mit dem Altenzentrum Oberndorf im Rahmen der „Aktion Demenz“ / Zukunftswerkstatt von KONEDO (KompetenzNetz De-menz Oberndorf a.N. und Raumschaft) durchgeführt.

Begleitet und betreut wurden die Schülerinnen und Schüler von der Leiterin des Sozialdienstes im Altenzentrum, Frau Sarah Wiedmaier, die der Gruppe am ersten Morgen einen Überblick über die verschiedenen Formen von „Demenz“ gab, wobei den Symptomen der Alzheimer-Demenz besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde. In einer behutsamen und sehr eindrucksvollen Weise zeigte der anschließend Film „Apfelsinen in Omas Kleider-schrank“ die (z.T. sehr belastenden) Auswirkungen von Demenz auf den Erkrankten selbst , aber auch auf seine Angehörigen.

Mit diesen intensiven Eindrücken ging es in die Praxis: Führung durch das Haus, „Rollstuhl-Führerschein“ und Einteilung der Praktikanten auf die verschiedenen Arbeitsbereiche (Ser-vice, Reinigung, Wäscherei und Küche) und die drei Wohnbereiche (Pflege).

An den folgenden vier Vormittagen wurden die neuen Praktikanten auf ihren Bereichen in die alltäglichen Arbeiten und Aufgaben mit eingebunden: Essen reichen, den Heimbewohnern Gesellschaft leisten, sie mit dem Rollstuhl zum Frühstück oder zum Friseur (im Haus!) fahren, Spiele spielen, Kuchen backen, Ausfahrt mit den Bewohnern im Rollstuhl zum Oberndorfer Wochenmarkt,… und machten so auch sehr praktische Erfahrungen im Berufsfeld Altenpflege.

Was gibt’s heute zum Nachtisch? Aha!

Beim Einsatz im Service, in der Reinigung, der Wäscherei und Küche lernten die Schülerinnen und Schüler auch Bereiche und deren Aufgaben kennen, ohne die eine Pflegeeinrich-tung wie das Altenzentrum Oberndorf nicht geführt werden könnte; außerdem konnten sie Einblick nehmen in die Berufszweige Hauswirtschaft und Koch / Köchin.

Selbstverständlich konnten nicht alle Vorbehalte in einer Woche ausgeräumt werden, aber die positiven Erfahrungen überwogen deutlich: Beeindruckend waren die „netten Kollegen, die coolen Pflegehelfer und freundlichen Bewohner“, die Dankbarkeit der „Leute, denen man geholfen hat“ und auch ihre Offenheit. Tätigkeiten in der Pflege, wie zum Beispiel das Essen reichen, die Heimbewohner mit dem Rollstuhl zum Wochenmarkt fahren, mit ihnen Mensch-ärgere-dich-nicht spielen hinterließen ebenfalls bleibende positive Eindrücke und auch an das Arbeiten im „Cafe Paula“ (Service) erinnerten sich die Schülerinnen und Schüler der GHS Epfendorf gerne.

Berührungsängste abbauen im Umgang mit Demenzkranken, praktische Erfahrungen in Pflegeberufen machen und mit positiven Erfahrungen zurück in den (Schul-)Alltag gehen – dies war / ist erklärtes Ziel dieses Sozialen Praktikums und kann – dank einer seit diesemHerbst auch verbrieften Kooperation zwischen dem Altenzentrum Oberndorf und der GHS Epfendorf – auch in den kommenden Jahren mit der Klasse 9 der GHS Epfendorf durchgeführt werden.