Berührungsängste abbauen – soziale Kompetenzen aufbauen und stärken

Category: Allgemeines – konedo 11:42

(von Reinhard Graf, Klassenlehrer der Klasse 9, GHS Epfendorf)

Berührungsängste abbauen im Umgang mit Demenzkranken, praktische Erfahrungen in Pflegeberufen sammeln und mit positiven Eindrücken und Erfahrungen zurück in den (Schul-)Alltag gehen – dies war / ist erklärtes Ziel des schon im dritten Jahr stattfindenden Sozialen Praktikums der Klasse 9 der GHS Epfendorf und dem Altenzentrum Oberndorf – wenn auch zum letzten Mal.

Diese letzte Woche vor den Herbstferien war eine Woche intensiver Erfahrungen: Gleich am ersten Tag Rollstuhlführerschein“: Worauf muss ich achten, wenn sich mir Heimbewohner bei der Fahrt ins Zentrum Oberndorfs anvertrauen? Wie fühlt es sich selber an, im Rollstuhl einem fremden Menschen „ausgeliefert“ zu sein? Dann auch eigene Erwartungen und Ängste: Auf der einen Seite gespannt darauf, den Tagesablauf „der Leute“ nun selbst kennen zu lernen -Berichte aus den Vorjahren verstärkten dieses Gefühl -, andererseits aber auch (oder vielleicht auch gerade deshalb?) Ängste vor dem ersten Zusammentreffen mit den Heimbewohnern: „Werde ich mich mit den Bewoh-nern gut verstehen?“, „Hoffentlich können mich die Leute gut leiden.“, auch Befürchtungen, beim Umgang mit den alten Menschen etwas falsch zu machen, wurden geäußert.

In der Einführung am ersten Morgen durch die Leiterin des Sozialdienstes, Frau Sarah Schwab, konnten viele der Ängste genommen oder relativiert werden und auch der Einblick in die verschiedenen Formen von „Demenz“, wobei den Symptomen der Alzheimer-Demenz besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde, trug zum besseren Verständnis für die Betroffenen bei.
Sehr beeindruckt zeigten sich die Neuner auch vom anschließend gezeigten Film „Apfelsinen in Omas Kleiderschrank“, der auch behutsam die (z.T. sehr belastenden) Auswirkungen von Demenz auf den Erkrankten selbst , aber auch auf seine Angehörigen vor Augen führte.

Mit der Einteilung der Praktikanten auf die verschiedenen Arbeitsbereiche (Service, Hausmeister, Wäscherei und Küche) und die drei Wohnbereiche (Pflege) endete der erste Tag.

In den folgenden vier Vormittagen waren die Schüler in die alltäglichen Arbeiten und Aufgaben des Altenzentrums mit eingebunden – beim Betten machen helfen, Essen reichen, den Heimbewohnern Gesellschaft leisten, sie mit dem Rollstuhl zum Frühstück und wieder zurück auf die Wohnbereiche fahren, kurze Ausflüge mit dem Rollstuhl ins Ortszentrum Oberndorfs, das Frühstück reichen, … und sammelten so auch sehr praktische Erfahrungen im Berufsfeld Altenpflege.

Beim Einsatz im Service (im „Cafe Paula“), mit dem Hausmeister, in der Wäscherei und Küche lernten die Schülerinnen und Schüler auch Bereiche und deren Aufgaben kennen, ohne die eine Pflegeeinrichtung wie das Altenzentrum Oberndorf nicht geführt werden könnte; außerdem konnten sie Einblick nehmen in die Berufszweige Hauswirtschaft und Koch / Köchin.

Am Ende der Woche war von den anfänglichen Befürchtungen und Ängsten nicht mehr viel übrig – die positiven Erfahrungen überwogen deutlich: Sehr beeindruckt waren die Epfendorfer Neuntklässler vom „sehr netten Personal“, „von der (einfühlsamen) Art, wie die PflegerInnen mit den Heimbewohnern umgehen“, auch von der „Lebensfreude der Bewohner“. Tätigkeiten in der Pflege, wie zum Beispiel das Essen reichen, die Heimbewohner mit dem Rollstuhl ausfahren zu dürfen, der Einsatz im „Cafe Paula“ hinterließen ebenfalls bleibende positive Eindrücke und auch an die Arbeiten „Drumherum“ (beim Hausmeister, in der Küche, in der Wäscheabteilung) erinnerten sich die Schülerinnen und Schüler der GHS Epfendorf gerne.

Demenzpaten – Ansprechpartner vor Ort

Category: Allgemeines,Fortbildungen – konedo 11:31

KONEDO hat ein neues Projekt in Angriff genommen. Die Schulung von sogenannten „Demenzpaten“. Aufgrund mehrerer Artikel im Schwarzwälder Boten seit Frühjahr 2012 konnten 13 interessierte Menschen gefunden werden, die sich ehrenamtlich als Demenzpate engagieren möchten. Damit diese Interessierten mit einem fachlichen Hintergrundwissen an ihre Aufgabe gehen können, hat die KONEDO-Steuerungsgruppe eine Schulungsreihe entwickelt, die Anfang Oktober gestartet ist.

Demenzpatenkurs – SchulungskonzeptWas sind Demenzpaten?

Ansprechpartner

  •     in seinem Wohnort
  •     für an Demenz erkrankte Menschen
  •     für Angehörige von an Demenz erkrankte Menschen 
  •     für alle Mitbürger seiner Ortschaft

Die Hemmschwelle einen vertrauten Menschen aus dem eigenen Wohnort um Rat zu fragen ist niedriger, als sich mit seinen Fragen an professionelle Dienste und Einrichtungen zu wenden.

Ansprechpartner wofür?

  •     Sorgen und Probleme – 
        Ein „offenes Ohr“ haben!
  •     Verständnis für die Situation des Betroffenen und/oder Angehörigen – 
        Zuhören und verstehen!
  •     Hilfestellung bei Behördenfragen, Antragsstellungen etc. –
       Woher bekommt man Leistungen? Wie fülle ich Anträge aus?
  •     Hinweis auf geeignete Hilfemöglichkeiten geben –
        Welche Versorgungsmöglichkeiten gibt es vor Ort?
  •     Verweis an Beratungsstellen –
        Wo kann ich mich beraten lassen?
  •    Überblick geben können –
        Welche Leistungen stehen mir zu? Wo muss ich sie beantragen?
  •     Versorgungslücken aufdecken –
        Welche Angebote fehlen vor Ort?

Sie haben ebenfalls Interesse sich als Demenzpate zu engagieren oder möchten nähere Informationen über das Projekt?
Dann können Sie sich bei und melden. Wir geben Ihnen gerne Auskunft.
Fon Altenzentrum Oberndorf: 07423/8679-0 (Ansprechpartner: Herr Woop oder Frau Schwab)
Fon Sozialstation Oberndorf: 07423/950950 (Ansprechpartner: Herr Bronner)